EM in Bern: Taktikspiele im Eliminator Sprint?

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Sprint-Start in Nove Mesto mit Christian Pfäffle (ganz links) und Simon Gegenheimer (2. von rechts). ©Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion

Zum ersten Mal wird bei einer Europameisterschaft ein Eliminator Sprint ausgetragen. Die ersten Einzeltitel der EM werden in der Berner City vergeben. Der Deutsche Meister Simon Gegenheimer gehört zu den Medaillenkandidaten bei den Herren.

Ein bisschen Lotterie ist im Eliminator Sprint immer dabei. Zum Beispiel wenn sich Konkurrenten gegenseitig abschießen. Auch durch die Zusammenstellung der Läufe. Die werden zwar durch die Qualifikationszeiten bestimmt, doch in einem Einzelzeitfahren schnell zu sein, ist noch mal was anderes, als sich im direkten Duell zu behaupten.
Da heißt es auch intuitiv richtige Entscheidungen zu treffen und taktisch klug zu agieren. Auch im Blick auf die Kräfte. Das wird auch in Bern so sein. „Das wird ein taktischer Sprint, weil er relativ lang ist und weil es eine lange Zielgerade gibt, auf der noch vieles möglich ist“, glaubt Ralph Näf (BMC Racing).

Favoriten? Betrachtet man das Sprint-Frühjahr, dann kommt man an Daniel Federspiel (Ötztal-Scott) nicht vorbei. Der WM-Dritte hat zwei Weltcupläufe gewonnen und eine Serie weiterer Sprint-Wettbewerbe.
Der Slowene Miha Halzer (Energijateam), der vielleicht den mächtigsten Antritt besetzt, will nach WM-Silber auch eine EM-Medaille.
Thomas Litscher (Multivan-Merida) ist auch ein heißes Eisen im Feuer. Auch der Nove-Mesto-Sieger Kenta Gallagher (Superior-Brentjens) ist zu beachten. Bei Weltmeister Näf weiß man nicht was raus kommt, bzw. was tatsächlich drin steckt in seinen Beinen.

Simon Gegenheimer (Rose-Ultrasports) darf man ebenfalls zu den besten Sprintern der Welt zählen. Der Deutsche Meister besitzt durchaus Medaillenchancen.
Ob der DM-Dritte Christian Pfäffle (Lexware-Rothaus) starten kann, wird sich erst kurzfristig zeigen.

Vizemeister Andy Eyring (Bergamont) und Simon Stiebjahn (Team Bulls) haben das Halbfinale als Ziel angegeben. „Das nervt mich, dass ich das im Weltcup noch nicht geschafft habe“, sagt Eyring und Stiebjahn sieht für sich „im Sprint die größeren Chancen auf ein gutes Ergebnis“, als in der Cross-Country-Disziplin.
Martin Gluth (Lexware-Rothaus) hat auch schon gezeigt, dass er gut sprinten kann. Teamkollege Julian Schelb kann es eigentlich auch.

Veronika Brüchle: Konzentration auf den Sprint?
Bei den Damen wird es aus deutscher Sicht nach Auskunft von Bundestrainer Peter Schaupp wohl so sein, dass Juniorin Veronika Brüchle (Schubert-Stevens) dem Eliminator Sprint den Vorzug gibt, sich also auf den Freitagswettbewerb konzentriert und in Kauf nimmt, dass sie am Samstagmorgen im Cross-Country-Rennen nicht frisch genug an den Start geht. Das ist nachvollziehbar, denn Brüchle ist Deutsche Meisterin im Eliminator Sprint.
Die DM-Dritte Nadine Rieder (Topeak-Ergon) geht nicht chancenlos in die Konkurrenz.
Favorisiert sind zweifellos Weltmeisterin Alexandra Engen (Ghost Factory Racing) und die dreifache Weltcup-Zweite Kathrin Stirnemann (Sabine Spitz-Haibike). Jenny Rissveds (Scott), Weltcupsiegerin von Nove Mesto ist das dritte heiße Eisen im Spiel, während Vize-Weltmeisterin Jolanda Neff (Giant Pro XC) auf einen Start im Eliminator verzichtet.