Marathon-DM St. Ingbert: Ehrenpreis für vorbildlichen Torsten Marx

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Torsten Marx stoppt für einen verletzten Hobby-Biker ©Kreidler Werksteam

Vorbildlich hat sich Torsten Marx am vergangenen Sonntag bei der Deutschen Marathon-Meisterschaft in St. Ingbert verhalten. Der Kreidler-Fahrer stoppte als er einen Hobby-Biker regungslos am Streckenrand liegen sah. Veranstalter und Sponsor Bank1Saar lobten kurzfristig einen Fairness-Preis für Marx aus.

Es war ungefähr bei Kilometer 61 von 82. Torsten Marx war kurz zuvor mit Defekt aus der achtköpfigen Spitzengruppe zurück gefallen und hatte das Laufrad gewechselt, als er zwei Kilometer später einen Sportler in einer schnellen Abfahrt entdeckte und sofort anhielt. „Er hat sich nicht bewegt, hatte die Augen zu und leicht geröchelt“, berichtet Marx von dem bewusstlosen Hobby-Biker, dessen Namen er bis Dienstagmorgen noch nicht erfahren hatte. „Ich konnte nicht viel machen, habe ihm halt gut zugeredet.“

Er gab den nächsten Fahrern Bescheid, dass sie den nächsten Streckenposten informieren sollten. Nach mehreren Minuten hielt ein weiterer Hobby-Fahrer (mit Vornamen Christian) an. „Der hat mich wohl erkannt und sagte, ich solle weiter fahren, er würde sich um ihn kümmern. Bei mir gehe es ja um die Deutsche Meisterschaft“, erklärt Marx. Er setzte sein Rennen fort und kam schließlich als 16. ins Ziel.

Spontaner “Ehrenpreis”
Sein selbstloses Verhalten wurde durch BDR Koordinator Dieter Pfänder beim Veranstalter und beim Titelsponsor des Events bekannt. Die setzten spontan einen „Ehrenpreis“ aus und würdigten Marx auf der Bühne.

„Ich finde, solch vorbildliches Verhalten muss man hervorheben“, sagte Dieter Pfänder. Torsten Marx freute sich über den Preis, wollte aber kein großes Aufheben darum machen. „Das ist ein netter Zug, aber für mich war das selbstverständlich. Da geht es um wichtigere Dinge. Ich könnte ja selbst auch mal in so eine Situation kommen und bin dann auch froh, wenn mir jemand hilft.“

Der Hechinger war bis zu seinem Defekt ein sehr gutes Rennen gefahren und konnte sich in der Spitzengruppe ohne größere Mühe behaupten. „Ich habe mich sehr gut gefühlt und denke, dass ein Top-Fünf-Resultat drin gewesen wäre. Nach dem Defekt hätte es ohne den Stopp vielleicht noch auf Platz neun oder so gereicht“, erklärte Marx, der nach dem Plattfuß etwa an elfter, zwölfter Stelle lag.

Der uns (noch) unbekannte Sportler hat nach ersten Informationen wohl Nasen- und Jochbein gebrochen und eine Gehirnerschütterung erlitten.