Putzmunter und emotional: Der Cross-Country-Sport lebt!

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La Bresse feiert seinen Helden – und den Sport! Andreas Dobslaff/EGO-Promotion

La Bresse beschloss am Sonntag den ersten Teil der Cross-Country Weltcup-Saison. Die Stimmung war großartig, genauso wie eine Woche zuvor in Albstadt oder auch bei der EM in Schweden. Das zeigt: Die Disziplin pulsiert, der Sport lebt. Allen monetären Schwierigkeiten zum Trotz. Ein kleiner Abriss aus dem Event-Monat Mai.

Offizielle Zuschauerzahlen wurden direkt nach dem Event nicht bekannt, aber die Bilder aus La Bresse sprechen für sich. Die Atmosphäre war enthusiastisch und sportlich gleichermaßen. „Fankultur“ mit Kopf-Schmuck, Tröten, Plakaten, etc. das gibt es im Mountainbike hauptsächlich in den Radsport-Nationen wie Frankreich, Italien, Belgien oder den Niederlanden.

Sprech-Chöre für ein Idol hört man selten. Rhythmisches „Julien, Julien, Julien“ im Ziel und bei der Podiums-Zeremonie. Anfeuern, Klatschen, schon im Training, das hat der Autor in 15 Jahren Weltcup bisher nur in La Bresse erlebt. (Ob der Kurs nun eine Nummer zu sturzträchtig, zu gefährlich war oder nicht, lassen wir an dieser Stelle mal undiskutiert).

Die Radsport-Nation Frankreich ist das eine, das Idol Julien Absalon ist das andere. Aufgewachsen in dieser Region und seit 15 Jahren absolute Weltklasse (1. Weltcupsieg 2001) ist er natürlich der Bezugspunkt, die Identifikationsfigur für La Bresse. Im Grunde gab es diesen zweiten Weltcup in dem 5000-Einwohner-Ort wegen ihm. Zum zweiten Mal.

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Enthusiastisch, sportlich, großartig: Julien Absalon vor “seiner” Kulisse in La Bresse ©Andreas Dobslaff/EGO-Promotion

Damals, 2012, musste man schon damit rechnen, dass er seine Karriere nach den Spielen in London beendet. Er hat es sich zumindest überlegt. Als klar war, Absalon ist bis 2016 dabei, hat La Bresse ein weiteres Mal den Hut in den Ring geworfen.

Der erfolgreichste Mountainbiker aller Zeiten wird wohl weiter machen. Mit was genau und wie lange, etc. das ist noch offen, sagte Melanie Leveau von BMC Racing am Samstag in La Bresse. Einen Weltcup wird es 2017 in den Vogesen aber nicht geben. Bedauerlich, aber so ist es.

Drei Events und ihre tollen Bilder

Zieht man jetzt eine kleine Zwischenbilanz, dann hat der Mai mit drei großartigen Events gezeigt, dass der Cross-Country-Sport putzmunter ist, dass er lebt, dass er Zuschauern großartige Unterhaltung bieten kann und drum herum eine positive Sport-Kultur existiert.

Die Europameisterschaften in Huskvarna, Schweden, der Weltcup in Albstadt und der in La Bresse, das waren Events, die hautnah am Streckenrand, aber auch vor dem Bildschirm erlebbar machten, was diesen Sport ausmacht. (Muss hier nicht mehr nacherzählt werden). Welch’ tolle Bilder, was für vielfältige Emotionen er produziert.Das wird bei der WM in Nove Mesto nicht anders sein und war auch schon in den Jahren zuvor so.

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Begeisterte Zuschauer-Massen auch in Albstadt ©Andreas Dobslaff/EGO-Promotion

Die monetären Fahrwasser bleiben indes unruhig, trotz RedBull Livestream. Die Profi-Teams müssen um ihr Budget kämpfen, die Zahl derer, die von diesem Sport leben können, ist nicht eben hoch. Selbst Weltklassefahrer (siehe Milatz und andere) sind nicht sicher.

Mit solchen Events: Die Hoffnung bleibt

Der Radsport-Weltverband UCI hat nach wie vor keinen Top-Sponsor für den Sport an der Hand. Sonst hätte man nicht den gerade gewachsenen Eliminator aus dem Programm streichen müssen, sonst würde man nicht möglicherweise eines oder zwei Weltcup-Events (in Downhill und Cross-Country) streichen weil die Kosten das Budget sprengen.

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Ein Bild, das viel sagt über den Charakter der Europameisterschaft. ©Andreas Dobslaff/EGO-Promotion

Kaum tröstlich, dass auch andere Sportarten klagen. Sofern man nicht einem runden Kunstlederball nachjagt…Aber dieses Lied wird ja schon lange gesungen. Ungehört von einer größeren Medien-Öffentlichkeit.

So lange es aber Events gibt wie den in La Bresse, in Albstadt oder in Huskvarna, so lange viele Menschen das so offensichtlich mögen und feiern, so lange bleibt auch die Hoffnung, dass eine nächste Stufe erklommen wird.